Psychologie im Sport

Siebenmal hinfallen und achtmal wieder aufstehen können

Psychologie im Sport

Wie im täglichem Leben, verhält es sich auch im Sport - am Weg zum Ziel fällt jeder einmal hin, aber diejenigen, die es zustande bringen, wieder aufzustehen, sind letztendlich die Menschen, die ihr Ziel erreichen werden. Nun könnte man meinen, dass man dieses Thema nicht verallgemeinern kann - und so ist es auch! Erfolg (hinsichtlich Zielerreichung) beinhaltet mehr Aspekte, als nur immer wieder aufzustehen um wieder hinzufallen. Damit Ziele und Motivation zur Zielerreichung langfristig Bestand halten können, ist es wichtig, sich realistische und kleingesteckte Ziele zu setzen.

Lesetipp: Die Rolle der Psychologie im Mannschafts- und Profisport

Was ist nun Erfolg? Diese Frage kann sich nur jeder selbst beantworten. Für viele bedeutet Erfolg, in etwas der Beste zu sein. Aber Erfolg kann auch in vielerlei anderer Hinsicht gemessen werden. Erfolgreich ist der, der jeden Tag mit einem Lächeln im Gesicht aufsteht. Erfolg bedeutet vielleicht auch für einige Menschen, genügend Zeit für sich und seine Familie zu haben. Andere wiederum messen ihren Erfolg am Wert ihres Gehaltszettels. Erfolgreiche Menschen erlebt man grundsätzlich an ihrem positiven Wesen und an der Motivation, die ihr Handeln bestimmt. Und dies ist aus psychologischer Sicht für einen erfolgreichen Sportler maßgeblich, entscheidet oftmals zwischen Sieg oder Niederlage, zwischen krampfhaft und inspirierend.

Was bringt der richtige Umgang mit dem Thema "Psychologie im Sport"?

Jeder Mensch profitiert grundsätzlich davon, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, nicht nur im Sport - sondern auch in anderen Lebensbereichen. Letztendlich geht es darum, eine positive Grundhaltung zu dem zu bekommen, was man macht. Was man gerne macht, macht man gut!

Lesetipp: die zunehmende Bedeutung von Sportpsychologie.

Psychologie im Hobbysport - der innere Schweinehund

Jeder Anfang ist schwer, doch ein chinesisches Sprichwort besagt: "Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt" und genau so einfach ist es. Je mehr Schritte getan werden, desto leichter fällt es uns die Reise fortzuführen. Umso leichter es uns fällt, umso kleiner wird der innere Schweinehund, bis der Punkt kommt wo es nicht mehr darum geht, gegen etwas anzukämpfen, sondern vielmehr darum, aus Überzeugung und Eigenmotivation die Laufschuhe anzuziehen, das Rennrad aus dem Keller zu holen oder das Fitnesscenter zu besuchen.

Speziell im Laufsport ist die geistige Haltung sehr wichtig, um langfristig mit Spaß und Motivation laufen zu können. Grundsätzlich gilt es hier, seine Grenzen zu kennen und speziell im Anfangsstadium auf keinen Fall zu übertreiben. Schmerzen am Bewegungsapparat und allgemeines Unwohlsein kann die Folge von zu hoher Intensität, zu kurzer Regenerationszeit und zu großem Trainingsumfang sein. Dies sind die häufigsten Faktoren und Gründe dafür, warum Menschen sehr bald wieder mit dem Laufen aufhören. Allerdings verschwindet die Anzahl derjenigen zusehendst, da die Aufklärung über richtiges Laufen viel publiker ist als noch vor einigen Jahren und sich Laufsport in unserer Gesellschaft zu einem Massenmedium entwickelt hat - es liegt voll im Trend, Läufer mit einer guten Kondition zu sein!

Was bedeutet nun "gute Kondition"? Eine gute Kondition zu haben, bedeutet nicht immer der Schnellste zu sein, ganz im Gegenteil - einen guten Hobbysportler zeichnet primär eine gut ausgebaute Grundlagenausdauer aus. Diese wiederum erhält man nur durch richtig dosiertes Grundlagen-Ausdauertraining. "Runter vom Gas!" Genau hier bekommt die Psychologie im Sport eine ganz andere Bedeutung als zuvor:

  • Wie schafft man es, genau das richtige Tempo zu finden, um einen langen Trainingslauf zu bewältigen und dabei ein leicht beschwingtes angenehmes Gefühl zu haben?
  • Wie ist es möglich nach einer Stunde laufen immer noch frisch und leichtbeinig ganz entspannt dahinzujoggen?
  • Wie schafft man es, während dem Laufen komplett abzuschalten und zu entspannen, den Alltag hinter sich zu lassen und als erfrischter neuer Mensch das Training zu beenden?

Die Antworten auf diese Frage liegen in der richtigen Haltung zu seinem Tun und Handeln, nicht nur für diesen einen oben genannten Trainingslauf, sondern langfristig gesehen in Bezug auf die gesamte Trainingsphilosophie. Der richtige Umgang mit unserem Körper, das behutsame an die Grenzen gehen*, das Hineinhören und sich richtig spüren sind die "Steuermechanismen", die uns an das gewünschte Ziel führen - und sei es nur der Weg, der das Ziel ist.

* An die Grenzen gehen hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, so lange zu trainieren, bis man kurz vorm Umfallen ist. Hier sind vielmehr die Grenzen seiner persönlichen Zielsetzung gemeint. Grundsätzlich empfehlen wir, speziell zu Beginn sich professionell betreuen zu lassen, da ausgebildete Trainer grundsätzlich ein gutes Gefühl für die richtige Dosierung des Trainings besitzen.

Psychologie im Profisport - ein hartes Pflaster

Erst vor Kurzem berichtete im Fernsehen ein junger Skispringer davon, wie wichtig es ist, dass ein Profi-Skispringer mental stark und unbelastet in den Wettkampf geht. Nur wenn sein Kopf frei ist, ist er in der Lage sich vollkommen auf die bevorstehende Aufgabe zu konzentrieren. Dies ist auch das, was Markus Rogan gemeint haben zu wollen: Hermann Maier war deswegen so erfolgreich, weil er im richtigem Moment den Kopf ausschalten konnte, was nicht bedeutet, dass er dumm sei - ganz im Gegenteil, diese Fähigkeit ist alles andere als dumm.

Der wahrscheinlich größte psychologische Unterschied zwischen Profi- und Amateursport ist, dass der Profisportler seine geistige Haltung, Motivation und Konzentration auf Abruf bereit halten muss und diese genau im richtigen Moment auch abrufen kann, egal welche Faktoren rund um ihn herum störend oder ablenkend einwirken.

Für den Österreichischen Leistungssport steht der ÖBS (Österreichisches Bundesnetzwerk Sportpsychologie) als Ansprechpartner zur Verfügung. Das Institut für Sportwissenschaft / Abteilung Sportpsychologie der Universität Wien befasst sich grundlegend mit der menschlichen Psyche in Bezug auf Sport und Bewegung.

Mysteriöse Kräfte im Sport - Die Geheimnisse des Mentaltrainings

Der niederländische Sportjournalist Joris van den Bergh hat ein interessantes Buch zum Thema Psychologie im Sport geschrieben: Mysteriöse Kräfte im Sport - Die Geheimnisse des Menatltrainings (ISBN 978-3-936973-43-3). Joris van den Bergh (1882-1953) ist nach wie vor eine Legende unter den niederländischen Sportjournalisten, gilt zu dem als Begründer des Sportjournalismus in den Niederlanden. Im Jahr 1936 führte er die erste niederländische Radmannschaft zur Tour de France und war dessen mehrfacher Teamchef. Eines seiner größten Errungenschaften war die Bewusstseinsbildung von Profisportlern, Ihre mentalen Kräfte zu mobilisieren. Denn eines haben alle Sportarten gemeinsam: Wettkämpfe werden im Kopf gewonnen.. und auch verloren. Seiner Meinung nach ist ein Sportler, der nur körperlich trainiert, wie ein Maler, der nur Farbe aufträgt. So wie ein Künstler mit seinem Geist, Gedankengut und Gefühl das Meisterwerk vollbringt, kannn auch ein Sportler durch mentales Training seine Leistungsfähigkeit präzisieren - ein Klassiker der Sportliteratur, welcher viele interessante Aspekte im Leistungssport des 20. Jahrhunderts beschreibt.

Bei bookreaders.at finden Sie noch weitere Informationen zum Buch Mysteriöse Kräfte im Sport.

Hinweis für Anfänger

Bevor Sie mit dem Training beginnen, suchen Sie einen Arzt auf und lassen Sie sich die körperliche Tüchtigkeit für ein gesundes Training bescheinigen.

Gesundheitshinweis

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Sie unbedingt einen Arzt konsultieren sollten, wenn körperliche Beschwerden während sportlicher Aktivität enstehen.