Rückblick: Rapid Wien war einst deutscher Fußballmeister

Obwohl der Fußball-Sport nie ein Favorit von Adolf Hilter war, besuchte der Diktator im August 1936 erstmals ein Spiel der deutschen Elf. Gegen Norwegen bei den Olympischen Spielen 1936 sollte die Überlegenheit der deutschen Nation gezeigt werden. Hitler war am Ende erbost, Deutschland verlor mit 0:2.

Hitler wusste, wie wichtig der Fußball zur Propaganda war. Sicher, von einem Betgutschein wie in der heutigen Zeit konnte man noch nicht profitieren. Sportwetten gab es zwar, allerdings eher im „Geheimen“. Spätestens seit dem Jahr 1939 war der Fußball in Deutschland so beliebt wie heute. Eine Million Menschen waren in Fußballvereinen aktiv. Der Sport konnte so das so populäre Turnen überholen. Der Zweite Weltkrieg hinterließ aber auch im Fußball seine Spuren. Die nationale Meisterschaft pausierte einige Wochen, ein Länderspiel gegen Schweden musste abgesagt werden. Und viele Fußballer gingen als Soldaten an die Front.

Nur Spieler der Oberliga, der damals höchsten Spielklasse wurden verschont. Auch NS-Größen haben versucht, die lokalen Vereine zu schonen. So konnte der Erfolg aufrechterhalten werden. Der Revierklub Schalke 04 galt dabei als Lieblingsverein der Nazis. Viele Schalker Spieler mussten nicht an die Front.

Österreich, Tschechien und Elsass in „großdeutsche Liga“ integriert

Im Jahr 1941 kam es dann, dass auch Vereine aus den besetzten Gebieten in die deutsche Spielklasse integriert wurden. So wurde Rapid Wien im selben Jahr deutscher Meister im Herrenfußball. In den Folgejahren wurden aber immer mehr Spieler in den Krieg geschickt – so wurden Senioren und Jugendliche auf den Platz gestellt und der Spielbetrieb wurde fortgesetzt. So wollte man vor allem dem Volk eine gewisse Normalität signalisieren.

Ein Spielbetrieb wurde dabei aber immer komplizierter. Die Spielfelder wurden von Bomben zerstört und das Reisen wurde zur Gefahr. Dennoch wurde der Meistertitel in Deutschland bis 1944 ausgespielt. Der damalige Trainer der deutschen Elf, Sepp Herberger konnte zudem durchsetzen, dass die Nationalspieler Deutschlands möglichst nicht an die Front mussten. Er überzeugte die Nazis, dass man auch mit Fußball die Überlegenheit Deutschlands präsentieren könne, dazu seien Siege aber unbedingt erforderlich. Er konnte daher einen 44 Mann starken Kader zwei Wochen vor Spielen trainieren – und diese Spieler so vor einem Kriegseinsatz schützen. 1942 war damit Schluss und die besten Spieler wurden zu den „besten Soldaten des Führers“. Zwanzig Spieler verloren so in den letzten Kriegsjahren noch ihr Leben.

Und auch für Rapid Wien war der Meistertitel 1941 der erste und letzte Erfolg in der deutschen Liga und Meisterschaft. Seit dem Ende des Krieges und der „Wiederordnung“ der Grenzen spielen die Wiener wieder in der österreichischen Liga – und konnten auf diese Weise auch im „eigenen Land“ den einen oder anderen Erfolg erzielen. Für Hitler und Deutschland ging es am Ende – wie bekannt ist – ganz anders aus. Der Krieg ging verloren, Deutschland wurde geteilt und fand erst Jahrzehnte später wieder zusammen.