Wings for Life: Neue Studien über Vagusnerv Übungen mit gezielter elektrischer Stimulation geben Hoffnung in der Rückenmarksforschung

Am 10. Mai 2026 läuft die ganze Welt wieder für all jene, die es nicht können. 100 Prozent der Startgelder des Wings for Life World Run fließen in die Rückenmarksforschung und helfen, eine Heilung für Querschnittslähmung zu finden. Jetzt zeigen neue Studien konkrete Fortschritte in der von Wings for Life initiierten Forschung – von verbesserter Handfunktion bis hin zu neuen Ansätzen in der Nervenregeneration.

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Abbildung: Die Vagusnervstimulation steigert Arm- und Handfunktion © Jonathan Zizzo

Ein Meilenstein auf dem Weg Querschnittslähmung heilbar zu machen

Wer beim Wings for Life World Run an den Start geht, läuft für mehr als bloß eine sportliche Herausforderung. Am 10. Mai 2026 starten zum bereits dreizehnten Mal hunderttausende Menschen weltweit gleichzeitig, um für die zu laufen, die es selbst leider nicht können. Dieser globale Charitylauf zugunsten der Wings for Life-Stiftung sammelt seit dem Jahr 2014 Spenden für die Rückenmarksforschung, und trägt damit wesentlich zu wissenschaftlichen Fortschritten in der Rückenmarksforschung bei, die betroffenen Menschen auf der ganzen Welt neue Hoffnung schenken. Forschungsansätze, die früher beispielsweise nur im Labor untersucht wurden, werden durch die Förderung von Wings for Life heute bereits in klinischen Studien am Menschen getestet. Dies ist ein großer Meilenstein auf dem Weg Querschnittslähmung heilbar zu machen.

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Abbildung: Dieser kleine Chip wird Patienten in den Nacken implantiert, direkt auf den Vagusnerv. © Jonathan Zizzo

Anita Gerhardter über ihr Herzensprojekt

„Der Wings for Life World Run zeigt, was möglich ist, wenn Menschen weltweit für ein gemeinsames Ziel zusammenkommen“, sagt Anita Gerhardter, Vorstandsvorsitzende der Wings for Life Stiftung. „Dank der Unterstützung unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten wir bereits zahlreiche Forschungsprojekte finanzieren. Heute können wir sagen: Es ist nicht mehr die Frage, ob Querschnittslähmung heilbar sein wird – sondern wann.“

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Abbildung: Anita Gerhardter - Wings for Life Stiftung © Helge Kirchberger

Seit der Premiere des Wings for Life World Runs im Jahr 2014 sind mehr als 1,8 Millionen Menschen aus über 190 Nationen an den Start gegangen und haben gemeinsam etwa 60,5 Millionen Euro für die Wings for Life Rückenmarksforschung gesammelt. Sämtliche Startgelder und Spenden fließen dabei zu 100 Prozent direkt in wissenschaftliche Projekte. Insgesamt hat die Wings for Life Stiftung bislang mehr als 340 Forschungsprojekte weltweit unterstützt.

Neue Studien über Vagusnerv Übungen mit gezielter elektrischer Stimulation geben Hoffnung

Die Wirkung der Wings for Life-Unterstützung in der Rückenmarksforschung zeigt sich in aktuellen Forschungsprojekten, die neue Therapieansätze untersuchen und von der Wings for Life Stiftung finanziert, beziehungsweise ko-finanziert, werden. So arbeitet ein Forschungsteam um den Neurowissenschaftler Prof. Dr. Michael Kilgard (University of Texas in Dallas) an einer Methode, bei der der sogenannte Vagusnerv während gezielter Rehabilitationsübungen elektrisch stimuliert wird. Die von Wings for Life ko-finanzierte klinische Studie untersucht, wie sich dadurch Lernprozesse im Nervensystem verstärken lassen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich dadurch Arm- und Handfunktionen bei Menschen mit chronischer Querschnittslähmung verbessern können. „In Experimenten haben wir festgestellt, dass wir die Anzahl der Nervenzellen, die im Gehirn für den Bewegungsapparat zuständig sind, sogar verdreifachen konnten. Und das in nur einer Woche“, erklärt Prof. Dr. Michael Kilgard.

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Abbildung: Prof. Dr. Michael Kilgard ist einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der neuronalen Plastizität © Jonathan Zizzo

Test eines neuen Wirkstoffes: NVG-291

Auch ein neuer Wirkstoff wird derzeit in klinischen Studien untersucht. In einer von Wings for Life ko-finanzierten Studie unter Leitung von Prof. Dr. Monica Perez (Shirley Ryan AbilityLab in Chicago) wird der Wirkstoff NVG-291 getestet. Nach einer Rückenmarksverletzung bildet sich Narbengewebe, das wie eine Barriere wirkt und das Nachwachsen von Nervenfasern bremst. NVG‑291 soll diese Barriere aufheben. Statt die hemmenden Substanzen im Narbengewebe direkt anzugreifen, blockiert der Wirkstoff deren Andockstelle. So soll das Gewebe durchlässiger und die Erholung geschädigter Nervenfasern unterstützt werden. Erste Ergebnisse zeigen eine verbesserte Signalübertragung zwischen Gehirn und Handmuskulatur sowie Hinweise auf eine verbesserte Handfunktion, selbst bei Menschen, deren Verletzung bereits mehrere Jahre zurückliegt.

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Abbildung: Prof. Dr. Monica Perez - Shirley Ryan AbilityLab in Chicago © Marv Watson

Verbesserungen beim Austausch von Forschungsdaten

Parallel dazu arbeiten Wissenschaftler:innen daran, den Austausch von Forschungsdaten weltweit zu verbessern. Die von Wings for Life initiierte und ko-geförderte Plattform Open Data Commons for Spinal Cord Injury (ODC-SCI) ermöglicht dies, in dem sie Forscher:innen weltweit vernetzt und wissenschaftliche Daten schnell zugänglich macht. Durch den direkten Austausch können aktuelle Forschungsergebnisse umgehend geteilt und ausgewertet werden. Dadurch können neue Therapien schneller entwickelt werden.

Jeder Start beim Wings for World Life Run zählt

Der Wings for Life World Run ist das größte Laufevent der Welt mit einem einzigartigen Rennmodus. Eine fixe Ziellinie gibt es nicht. Stattdessen startet 30 Minuten nach dem Start das sogenannte Catcher Car, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als mobile Ziellinie nach und nach einholt. Egal ob wenige Schritte oder viele Kilometer – jeder Beitrag zählt. Teilnehmen kann man beim Flagship Run in Wien (bereits ausverkauft), bei zahlreichen App Run Events in ganz Österreich oder individuell mit der Wings for Life World Run App von jedem Ort der Welt.

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Abbildung: Wings for Life World Run 2025 in Wien © Red Bull Content Pool