Fitness Barfußschuhe: Review des Vivobarefoot Motus Strength II – Barfußschuhe für Krafttraining und Fitness im Test

In diesem Beitrag berichten wir von unseren Review-Erfahrungen in Bezug auf Fitness Barfußschuhe und dessen Praxistauglichkeit für das Krafttraining im Fitnessstudio. Als valides Test-Objekt dient der  Vivobarefoot Motus Strength II, die zweite Auflage des laut Hersteller-Angaben leistungsstärksten Barfuß-Krafttrainers. Kathi und Markus haben diesen Barfußschuh für das Krafttraining unter die Lupe genommen und im mehrwöchigen Praxistest im Fitnessstudio getestet. Weiter unten im Beitrag gibt es das Video zu diesem Testbericht in welchem man sich ein möglichst umfassendes Bild davon machen kann.

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Abbildung: Der Vivobarefoot MOTUS STRENGTH II Barfuß-Fitnessschuh im Test

Fitness Barfußschuhe für das Krafttraining?

Zunächst stellen wir uns die Frage, warum es überhaupt sinnvoll sein kann extra für das Krafttraining im Fitnessstudio spezielle Barfußschuhe zu verwenden. Die eine Antwort ist: weil es immer trendiger wird dies zu tun. Fitness Barfußschuhe werden zunehmend beliebter, aber das ist nicht der wahre Grund dafür. Unser Fazit über Vivobarefoot Barfußschuhe im Fitnessstudio ist vielleicht komplexer als man zunächst vermutet.

Der Grund liegt in der Funktionalität und dem Mehrwert im Training, den Barfußschuhe bieten können. Wie auch beim Gehen, Wandern oder Laufen fordert ein Barfußschuh die Fuß- und Beinmuskulatur auf einer höheren Ebene als dies beispielsweise gedämpfte Sportschuhe mit einer hohen und stabilisierten Sohle tun. Barfußschuhe werden im Krafttraining immer beliebter, weil sie die Stabilität, Kraftübertragung und grundsätzlich die gesamte Biomechanik des Körpers verbessern können. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Beweglichkeit des Fußes im Schuhwerk – da hilft: weniger ist mehr!

Im Grunde genommen simuliert der Kraftsport mit Barfußschuhen das Krafttraining ganz ohne Schuhwerk. Für unseren Körper ist das so, als würde er barfuß trainieren, mit dem Unterschied, dass man durch die Sohle des Barfußschuhs vor Schmutz und Stichverletzungen (zB Glas-Splitter) geschützt ist. Zudem ist es natürlich eine Frage der Hygiene im Fitnessstudio, wenn man sich nicht barfuß schwitzend durch die Räumlichkeiten bewegt.

Ein weiterer Punkt ist die Rutschfestigkeit durch das Profil der Schuhsohle, welches nicht nur Stabilität und Trittsicherheit verleiht, sondern auch an der Bewegungsfreiheit und Flexibilität im gesamten Schuh maßgeblich beteiligt ist. Der Vivobarefoot Motus Strenght II hat sich hier im Vergleich zu seinem Vorgänger-Modell wesentlich verbessert. Die Bewegungsfreiheit – auch in Bezug auf das Obermaterial – ist grundsätzlich zu einem sehr hohen Grad gegeben – fast so, als wenn man ohne Schuhe gewisse Übungen für die Beweglichkeit der Füße machen würde.

Übungen, die maximale Bewegungsfreiheit im Schuh erforderlich machen, sind Bewegungsabläufe im Bereich Mobilitytraining. Dazu gehören unter anderem alle Übungen die eine weite Streckung oder Beugung im Vorfußbereich – im Bereich der Zehen-Grundgelenke – einfordern. Ein Beispiel ist der tiefe oder hohe Fersensitz, in welchem die Zehen entweder gestreckt oder gebeugt werden. Wenn man beispielsweise diese Positionen mit klassischen Laufschuhen einnimmt, dann ist es faktisch unmöglich, die gesamte Bewegungsamplitude der Gelenke zu nutzen, da der Schuh die dafür benötigte Beweglichkeit durch den Aufbau der Schuhsohle weitestgehend verhindert. Bei einem Carbon-Laufschuh ist dies durch die „starre“ Schuhsohle im Vorfußbereich komplett unmöglich hier Beweglichkeit im Fuß zu generieren. Der Vivobarefoot Motus Strenght II stellt dazu das komplette Gegenteil dar. Dies ist in unserem Review-Video bei einigen darin enthaltenen Mobility-Übungen gut zu erkennen.

Video: Vivobarefoot Motus Strength II - Review

In folgendem YouTube-Video ist unser Praxistest des Vivobarefoot MOTUS STRENGTH II im Fitnessstudio zu sehen. Hier wird unter anderem erklärt, wo die Stärken des Barfußschuhs liegen und wofür der Schuh eventuell aus unserer Sicht nicht so geeignet ist.

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Abbildung: Vivobarefoot Motus Strength II

Barfußschuhe für den Kraftsport - Vorteile im Überblick und Tipps zur Gewöhnung daran

Minimalistische Barfußschuhe werden beim Fitness- und Krafttraining immer beliebter, weil sie die Beweglichkeit, Stabilität, Kraftübertragung und Biomechanik des Körpers verbessern können.

Verbesserte Fuß- und Beinstabilität

Normale Sportschuhe haben oft eine dicke, weiche Sohle, die wie ein Kissen wirkt. Das kann sich bei gewissen Übungen, die Beinachse und Stabilisierung der Gelenke betreffend, negativ auswirken (Achtung: wenn man bislang nur gedämpftes Schuhwerk gewohnt ist, sollte man vorsichtig und langsam mit dem Barfuß-Krafttraining beginnen, weil der Bewegungsapparat eventuell die ungedämpften Impulse / Reize nicht gleich zu Beginn gewohnt ist).

Der Vorteil von Barfußschuhen:

  • Flache und dünne Sohle
  • bringen dadurch den Fuß näher an den Boden (tiefer Schwerpunkt)
  • reduzieren das Wackeln und Zittern in einbeinigen Standpositionen

Stabilerer Stand bei Übungen wie:

  • Einbeinigen Kniebeugen (zB Bulgarian Split Squats)
  • Plyometrischen Übungen (zB Bulgarian Split Squats Jumps)
  • Kreuzheben mit Langhantel
  • Schulterdrücken im Stehen

Grundsätzlich ist hier noch zu sagen, dass man sich wirklich vorsichtig und in kleinen Schritten an die Kraftübungen mit Barfußschuhen herantasten muss, um einer Überbelastung vorzubeugen. Im Idealfall haben Sie eine/n Personal Trainer/in – eine fachkundige Person – die Ihnen dabei hilft, sich an die Trainingsreize im gesunden Ausmaß anzupassen.

Effektivere Kraftübertragung

Beim Krafttraining will man alleine schon aus biomechanischen Gründen eine möglichst direkte Kraftübertragung generieren und somit die Kraft direkt in den Boden drücken. Weiche Schuhe absorbieren einen Teil dieser Kraft. Barfußschuhe tun dies nicht und dies führt zu:

  • effizienterer Kraftübertragung
  • oft besserer Technik / Übungsausführung
  • potenziell mehr Kraftleistung

Speziell bei Schnellkraft-Übungen, plyometrischen Übungen (Sprünge, …) wirkt sich das deutlich aus.

Natürlichere Fußposition und bessere Biomechanik

Barfußschuhe haben Aufgrund der flachen und dünnen Sohle grundsätzlich keine Sprengung (kein erhöhtes Fersenteil) und eine breite Zehenbox im Vorfußbereich. Das erlaubt eine natürliche Zehenstellung und somit eine bessere Aktivierung der Fußmuskeln in der Bewegung. Dies wiederum wirkt sich stabilisierend auf Knie- und Hüfte aus. Letzten Endes kann das helfen Verletzungen vorzubeugen.

Zusätzliche Aktivierung und Kräftigung der Fußmuskulatur

Gedämpfte und stabilisierte Schuhe „stützen“ (und schützen?) den Fuß stark. Das kann bei geschwächten Menschen momentan hilfreich sein, aber dadurch arbeiten die Muskeln weniger als von der Natur gefordert. Das bedeutet daher auch, dass gewisse natürliche Reize vielleicht nicht gegeben sind, welche für einen Muskelaufbau von Bedeutung wären. Barfußschuhe aktivieren die kleinen stabilisierenden Muskeln im Fuß und verbessern langfristig Stabilität und Kontrolle. Das wiederum kann sich positiv auf den gesamten Körper auswirken.

Besseres Körpergefühl und Wahrnehmung der eigenen Körperposition (Propriozeption)

Durch die regelmäßige Verwendung von Barfußschuhen im Training (und grundsätzlich im Alltag) trainiert man sein eigenes propriozeptives System besser, als mit gedämpftem Schuhwerk. Man spürt mit Barfußschuhen – wenn man schon nicht barfuß geht – den Boden viel besser. Dadurch bekommt das eigene Nervensystem viel mehr Feedback aus dem Untergrund. Dieses erhöhte Feedback hilft dabei die Bewegungsökonomie zu steigern, das Gleichgewicht auf natürlicher Ebene zu trainieren und natürliche Bewegungsausführungen von Grundauf mit natürlicher Präzision durchzuführen.

Tipps für das Gewöhnungstraining mit Barfußschuhen

Wenn du Neuling auf dem Gebiet der Barfußschuhe bist, und du grundsätzlich gedämpfte Schuhe gewohnt bist, dann müssen sich deine Füße erst an den Umgang mit Barfußschuhen gewöhnen / anpassen. Starte daher mit kurzen (oder kürzer als gewohnten) Trainingseinheiten und deutlich geringerem Gewicht, als du normalerweise verwendest und gewohnt bist. Idealerweise steigerst du langsam von Woche zu Woche den Umfang (Anzahl der Wiederholungen, Sätze, Serien, Trainings pro Woche) und danach die Intensität (Gewicht, Komplexität, Schnellkraft, …).

Für was geeignet und für was nicht geeignet

Fitness Barfußschuhe – wie der Vivobarefoot Motus Strength – sind besonders geeignet für komplexes Beintraining und Einbein-Standübungen, Gleichgewichtsübungen, Kniebeugen, Ausfallschritte und generell stehende Übungen. Keinen nenneswerten Vorteil (oder vielleicht sogar Nachteile) liefert ein Barfußschuh bei isolierten Maschinenübungen im Sitzen (kein Vorteil), am Radergometer (kein Vorteil) oder am Laufband (eventuell Nachteil, nicht geeignet zum Laufen).

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Abbildung: Vivobarefoot Motus Strength II beim Battle Rope Training

Fazit über Vivobarefoot Motus Strength II Barfußschuhe für das Fitnessstudio

Nach diesem relativ umfangreichen Test des Vivobarefoot Motus Strength II (Damen- und Herren-Modell) konnten wir Bilanz ziehen. Dieser Schuh ist unserer Meinung nach durchaus für das Fitness- und Mobilitytraining, sowie den Kraftsport im Fitnessstudio, geeignet – wobei wir nochmals darauf hinweisen möchten, dass ein entsprechendes Gewöhnungstraining (ein Herantasten) bei komplexen Übungen (zB im Schnellkraft-Bereich) dringend unsererseits empfohlen wird, speziell wenn man Neuling auf dem Gebiet von Barfußschuhen ist.

Zusätzlich haben wir (wie in unserem Review-Video ebenfalls zu sehen ist) den Vivobarefoot Motus Strength II beim Laufen am Laufband getestet. Für das Laufen ist dieser Barfußschuh unserer Meinung nach nicht wirklich geeignet. Während Kathi den Schuh keinesfalls für das Laufen empfiehlt, konnte Markus den getesteten Schuh durchaus 10 Minuten auf dem Laufband ohne Probleme (Schmerzen, Unwohlsein, …) verwenden. Aber viel länger möchte auch Markus mit dem Schuh nicht unbedingt am Stück laufen. Es gibt andere Vivobarefoot-Modelle, die für das Laufen viel besser geeignet sind, wie zum Beispiel der Primus Flow, oder der Primus Trail für das Gelände. Dazu ist abschließend noch zu sagen, dass der Motus Strength grundsätzlich nicht für das Laufen konzipiert ist, insofern ist das auch nicht wirklich als Kritik zu werten.