Wer ist die Nummer 1 in der österreichischen MMA-Szene?

In den letzten 20 Jahren konnte man etwas beobachten, was es davor schon seit geraumer Zeit nicht mehr gegeben hatte: den Aufstieg einer Sporart vom Nischenprodukt hin zu einem Global Player mit einem Millionenpublikum und zahllosen Praktizierenden. Die Rede ist von Mixed Martial Arts, generel abgekürzt als MMA. Was vor 30 Jahren noch als eine Fantasie von Karatefans galt, ist heute eine Sportart, die sogar olympische Ambitionen mitbringt. Auch in Österreich gibt es eine aktive Szene.

nummer 1 in der österreichischen mma szene

MMA in Österreich - die offiziellen Zahlen

Wer gerne mal UFC Wetten abschließt, der wird wissen, dass es in Österreich eigentlich nur eine einzige mögliche Nummer 1 gibt. Natürlich ist die Rede von Aleksandar Rakić, dem einzigen Österreicher, der es bis in die UFC geschafft hat. Denn egal, wie man zum exzentrischen Boss Dana White steht, die UFC ist bis heute noch der Goldstandard, wenn es um die Ausübung von MMA geht, auch wenn die Konkurrenz mit jedem Tag aufholt. Aleksandar Rakić schaffte es in der Division Light Heavywheight sogar bis in die Nähe des Titels, auch wenn er sich das Gold bislang nicht um die Hüften schnallen konnte.

So sehen die Fans die Entwicklung von Aleksandar Rakić

Generell sind die Fans mit dieser Einschätzung einverstanden. Ein bisschen eine rosa Brille haben dann manche aber doch auf. So ist für viele Fans die Strahlkraft einer berühmten Organisation oftmals wichtiger, als das Kaliber an Konkurrenz, das der jeweilige Kämpfer im Laufe seiner Karriere überwunden hat. Auch wenn Rakić in der UFC ist, hat er sich gegen das obere Ende des Kaders dann eben meistens doch nicht behaupten können. Das ändert nichts an seinem Talent, sollte den Beobachtern aber zu bedenken geben, dass andere österreichische Kämpfer auch ihre Aufmerksamkeit verdienen.

Aufstrebende österreichische MMA-Talente

Was die Bekanntheit angeht, so steht Ismail Naurdijew an zweiter Stelle in Österreich. Er steht auch bei der UFC unter Vertrag und ist dort in der Middleweight Kategorie aktiv. Im letzten November konnte er hier in seiner jüngsten Begegnung den Amerikaner Ryan Loder per TKO bezwingen. „The Beast“ Mochamed Machaev stammt aus dem gleichen Stall wie Alexander Rakic und ist in der europäischen Organisation OKTAGON aktiv. Dort konnte er auch mit einer Reihe von Siegen auf sich aufmerksam machen. Auch in der UFC ist der Featherweight Fighter Bogdan Grad zu Hause. Im Moment leidet er aber unter einer Verlustserie, die er so bald wie möglich durchbrechen möchte.

Impact in der internationalen Szene

Man erkennt, dass einige aktive Talente aus der österreichischen Szene die UFC fest im Blick haben. Aber viele junge Kämpfer ziehen dabei auch die Organisationen in Betracht, die sich in der direkten Nachbarschaft befinden, wie zum Beispiel in Deutschland. Das hat nicht nur mit den praktischen Überlegungen und der Beibehaltung des Lebensmittelpunktes zu tun. Aus einer finanziellen Perspektive ist dieser Weg gerade für die Athleten, die sich noch einen Namen machen möchten, durchaus eine veritable Alternative. Ist man dann erfolgreich, kann man auf ein lukrativeres Angebot der führenden Organisantionen hoffen.

Ausblick auf das internationale Titelbild in Österreich

Auf einen österreichischen Champion im internationalen Umfeld muss man im Moment leider noch warten. Das liegt natürlich auch daran, dass der Talentepool in Österreich naturgemäß ein wenig kleiner ist, als beispielsweise in Deutschland. Dafür können aufstrebende Kämpfer hier auf eine hohe Aufmerksamkeit der Trainer hoffen. Denn in den bekannten MMA-Gyms in Amerika oder England bekommt man den eigenen Headcoach oftmals nur ein oder zweimal zu sehen, bevor es in den Käfig geht. Es würde also nicht wirklich überraschen, wenn ein zukünftiger Champion aus Österreich kommt. Schließlich ist es ja immer die Kombination aus dem rohen Talent des Kämpfers und der Hingabe und dem Wissen des Coaching- und Trainerteams, das dann zu einem langfristigen Erfolg führt.

Was kann man in den nächsten Jahren vom MMA in Österreich erwarten?

Die MMA-Szene in Österreich ist sicherlich noch im Aufbau, zeigt aber ein besonders starkes Potenzial, wenn man das mal an der Größe der Bevölkerung misst. Denn ein so kleines Land hat im Moment insgesamt 3 Kämpfer in der UFC, was für starke individuelle Talente spricht. Potenziell wird es aber dann vielleicht ein junger Kämpfer sein, der frühen Weitblick beweist und sich ein internationales Team sucht. Hier geht es nicht nur um das Training an sich, sondern auch die Sparringspartner, die für den langfristigen Erfolg im MMA unersetzlich sind.